Fokussierte Stoßwellentherapie

Nachdem die Stoßwellentherapie zunächst in der Urologie zur Zertrümmerung von Nierensteinen eingesetzt wurde, hat sich seit den 90er Jahren das Behandlungsspektrum für die Therapie akuter und chronischer Schmerzen in der Orthopädie stetig erweitert. In unserer Praxis wird seitdem diese Methode regelmäßig erfolgreich angewendet.

Wie funktioniert die fokussierte Stoßwellentherapie?

Unser neues fokussiertes Stoßwellentherapiegerät, das Piezowave 2 der Firma Richard Wolf, arbeitet nach dem piezoelektrischen Prinzip. Hierbei werden sehr kurze Druckimpulse durch Hochspannung erzeugt und können präzise auf den Behandlungsfokus ausgerichtet werden. Die Eindringtiefe wird über die Auswahl von unterschiedlichen Gelpads gesteuert, die Intensität, die Frequenz und die Impulszahl können vom Arzt individuell festgelegt werden.

Wie wirkt die Stoßwellentherapie auf den Körper?

Nach jedem Druckimpuls, den das Gerät abgibt, entsteht ein sehr kurzer Unterdruck. Hierdurch werden, so beschreibt es die Literatur, das Gewebe stimuliert, die Durchblutung gesteigert und Wachstumsfaktoren ausgeschüttet. Man erklärt sich die Wirkung der fokussierten Stoßwellentherapie durch die Anregung und die Beschleunigung der natürlichen Heilungsprozesse im Körper. Die genaue Wirkungsweise ist aber noch Gegenstand der aktuellen Forschung.

Welche Krankheitsbilder können behandelt werden?

Die fokussierte Stoßwellentherapie kann bei folgenden akuten / chronischen orthopädischen Erkrankungen eingesetzt werden:

-          Kalkschulter

-          Tennisellenbogen

-          Fersensporn / Plantarfascienentzündung

-          Achillessehnenreizung

-          Golferellenbogen

-          Patellaspitzensyndrom (Springerknie)

-          Tibiakantensyndrom

-          Sehnenansatzreizung am Hüftknochen

-          Chron. Entzündung der Sehnenansätze am Schultergelenk

-          Tractus-iliotibialis-Syndrom (Läuferknie)

-          Verzögerte Knochenbruchheilung / Pseudarthrose

-          Triggerpunkttherapie (schmerzhafte Muskelverspannungen)

Selbstverständlich gibt es für die aufgeführten Krankheitsbilder auch andere alternative Therapiemöglichkeiten, über die wir Sie gerne informieren.

Der Vorteil der Stoßwellentherapie liegt in der schnellen Verfügbarkeit, dem sehr geringen Nebenwirkungsrisiko, der guten Verträglichkeit und der Vermeidung von Medikamenten und Operationen.

In seltenen Fällen kann die fokussierte Stoßwellentherapie auch bei folgenden Erkrankungen durchgeführt werden:

-          Symptome der Arthrose

-          Dupuytren`sche Kontraktur

-          Schnellender Finger

-          Frühe Stadien der avaskulären Knochennekrose und der Osteochondrosis dissecans

Wie wird die Therapie durchgeführt?

Vor der Behandlung erfolgt eine sorgfältige klinische Untersuchung des Patienten die, wenn erforderlich, mittels bildgebender Verfahren (z.B. Ultraschall, Röntgen, MRT) ergänzt wird. Je nach Behandlungsregion sitzt oder liegt der Patient. Der Arzt positioniert die Therapiequelle im Schmerzbereich und legt die Behandlungsparameter fest. Diese können während der Therapie, eine Behandlungseinheit dauert ca. 5 bis 15 Minuten, verändert werden. Es werden meist 3 – 5 Behandlungen im Abstand von 1 – 2 Wochen durchgeführt. Der Erfolg der Behandlung ist oft schon nach 1 – 2 Behandlungen spürbar und kann spätestens nach 6 – 8 Wochen beurteilt werden. Bei der Triggerpunktstoßwellentherapie können im Einzelfall auch mehr Behandlungen erforderlich sein.

Treten Nebenwirkungen auf?

Sehr selten kann es zu Schmerzen, Schwellungen oder einem kleinen Bluterguss kommen. Sollte nach der ersten Behandlung eine vorübergehende Schmerzverstärkung auftreten, besteht die Möglichkeit vor der nächsten Sitzung ein Schmerzmedikament einzunehmen. Weitere Komplikationen wurden selbst bei der seit vielen Jahren durchgeführten Nierensteinbehandlung nicht beobachtet. Während der Behandlung sollten die Patienten allerdings keinen Hochleistungssport betreiben.

In welchen Fällen sollte von einer Stoßwellentherapie Abstand genommen werden?

Bei Patienten mit Blutgerinnungsstörungen, bei akuten Entzündungen oder Tumoren im Behandlungsbereich, bei Einnahme von starken blutverdünnenden Medikamenten oder in der Schwangerschaft ist von einer Stoßwellentherapie abzuraten.

Was kostet die fokussierte Stoßwellentherapie?

Die Behandlung lässt sich nur mit einem hohen personellen und apparativen Aufwand durchführen und ist somit ein verhältnismäßig teures Verfahren.

Das Ziel der Therapie ist eine möglichst schnelle Genesung des Patienten und häufig das Vermeiden einer teuren Operation, welche unter Umständen nicht unbeträchtliche Risiken für den Patienten bedeuten kann.

Dies hat dazu geführt, dass die meisten Privatkassen die Kosten der Behandlung tragen, die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht (Ausnahme: Fasciitis plantaris unter bestimmten Voraussetzungen und als limitierte Therapie).

Wenn Sie Fragen haben sprechen Sie uns gerne auf diese Behandlungsmethode an. Wir freuen uns darauf, Sie entsprechend zu informieren!